e-book @ school

Lehren und Lernen mit E-Books

27. Mai 2011
von Martin Hofmann
2 Kommentare

Facebook, Twitter & Co. Die Macht des Schwarms

Von Reto Eugster wurde ich via Twitter darauf aufmerksam, dass in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift stern, Nr. 22 vom 26.5.2011, sich die Titel-Story “Facebook, Twitter & Co. Die Macht des Schwarms. Massenproteste, Aufstände und Jagd nach Plagiaten: Wie soziale Netzwerke die Welt verändern.” findet. Nachdem ich mir gestern die Zeitschrift am Kiosk gekauft hatte, sah ich anschliessend, dass es zur Zeitschrift stern nun auch eine passende kostenlose iPad-App stern eMagazine gibt. Eine Ausgabe des stern eMagazine kostet hingegen CHF 4.40 (EURO 2.99) und ist gute 220MB schwer. Der Kauf hat sich gelohnt. Spannende, hochauflösende Fotos und ein interessanter Artikel zieren meinen iPad-Bildschirm. Ich vermisse einzig, dass der Text im stern eMagazine sich nicht wie bei anderen E-Books individuell in der Grösse anpassen lässt. Zudem scheint mir die Schriftart (mit Serifen) eher wenig geeignet, um am Bildschirm zu lesen. Die App selber ist noch verbesserungsfähig, der Inhalt aber hingegen absolut top!

“Das Zeitalter des Schwarms. Aufstände in Nordafrika, Wutwellen in Spanien, Lügenjagd auf Politiker: Dank FACEBOOK, ZWITTER UND CO. können sich Menschen im Netz spontan verbünden und so die Welt verändern – im Guten wie im Bösen (Stern 22/2011, S. 30).”

Die nachstehende Abbildung zeigt Twitternachrichten von Aktivisten der Demokratiebewegung in Ägypten. Jeder Kreis bezeichnet eine Person oder Organisation, die in den Tagen der Revolution Anfang des Jahres Meldungen über die Nachrichtenbörse Twitter auf Englisch (blau) oder Arabisch (rot) versandten. Die Abbildung stammt vom Computerexperten Kovas Bogota.

Das nachfolgende Abbildung zeigt die Kommunikationsströme der Internetplattform Facebook, der mittlerweile über 600 Millionen Menschen angehören. Auffallend, dass Chinas Internetnutzer, weite Teile Russlands, Brasiliens und Afrikas fast keine Trafic aufweisen, während etwa Tunesien und Ägypten, wo die Menschen ihre Diktaturen stürzten, wie Leuchttürme aus der Dunkelheit hervorleuchten.


Die folgende Grafik gibt einen Einblick in den Schwarm von “Gutenplag”, wo nach verdächtigen Passagen in der Doktorarbeit von Karl-Theodor zu Guttenberg gefahndet wird. Farbig markiert sind auf dieser Homepage jene Absätze und Seiten, die Guttenberg nicht genannt hatte. Insgesamt hat “Guttenplag (www.gutenplag.wikia.com) auf 371 Seiten 135 verheimlichte Quellen und 1218 plagiierende Fragmente festgestellt.


In der folgenden Grafik haben Forscher des Max-Planck-Instituts Saarbrücken die Verbreitung einer Twitternachricht unter mehr als 14’000 Nutzern nachgebildete. Der türkisfarbene Kreis zeigt den Start der Verbreitung; jede Farbe kennzeichnet eine Ausbreitungsstufe.


Zu sehen ist im folgenden Schaubild das Netzwerk von 500 nichtsahnenden Haustierfreunden, die sich während zwei Wochen regelmässig via Twitter mit einem Roboter (“JamesMTitus” – kein Mensch, sondern der Tarnname einer von Neuseeländern programmierten Software) unterhalten haben. In dieser Zeit erhielt das künstliche Profil fast 200 Antworten von anderen Nutzern und konnte 107 “Follower” gewinnen. Soziale Netzwerke lassen sich demnach effektiv unterwandern.

Die letzte Abbildung zeigt die “Geburt” eines Schwarms. Diskussionen via Twitter entstehen rasch, wie die nachstehende Visualisierung “revisit” von Moritz Stefaner aus Worpswede aufzeigt. Jedes Kästchen steht für eine Twitter-Nachricht, je weiter es in der Mitte zu finden ist, desto öfter wurde der Tweet weitergeleitet.

Share
Multidingsda2

26. Mai 2011
von Martin Hofmann
14 Kommentare

Multidingsda – iPad-App des Lehrmittelverlag Zürich

Die iPad-App Multidingsda ist ein Lernprogramm für den Aufbau und die Festigung des Grundwortschatzes Deutsch. Die Wörter sind 40 alltäglichen Themen zugeordnet. Jedes Thema ist mit einem Wimmelbild illustriert.

Das Lernprogramm vom Lehrmittelverlag Zürich, welches in Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule Zürich entstanden ist, sei besonders geeignet für Kinder mit Migrationshintergrund. Deshalb können die Lernenden den Wortschatz von rund 600 Wörtern neben der Zielsprache Deutsch auch mündlich in 14 Erstsprachen festigen. Zur Auswahl stehen Albanisch, Arabisch, Bosnisch, Englisch, Französisch, Italienisch, Kroatisch, Mazedonisch, Portugiesisch, Russisch, Serbisch, Spanisch, Tamilisch und Türkisch.

Eine Sprecherin / ein Sprecher liest den Lernenden die Aufgaben vor.

Zu jedem Thema lassen sich eine Vielzahl an Übungen durchführen.

Die Buchstaben müssen in der richtigen Reihenfolge geordnet werden.

 

Fazit: Mit  Multidingsda hat endlich ein klassischer Lehrmittelverlag den erfolgreichen Versuch gewagt, eine iPad-App für den Unterricht zu entwickeln. Während das iPad-App und zwei Themen kostenlos sind, lassen sich alle 40 Themen als App-In-Kauf für CHF 9.90 erwerben. Für eine inhaltliche Beurteilung der iPad-App Multidingsda fehlt mir das notwendige Fachwissen. Im Programm lernen die Kinder primär das Zuhören und damit verbunden das Ausführen von Aufgaben. Zum Sprechen werden die Kinder allerdings nicht animiert. Etwas vermisst habe ich zudem das pädagogische Hintergrundwissen für die Begleitperson, wie die einzelnen Themen und Übungen mit den Kindern genutzt werden kann. So habe ich einige Zeit doch etwas ziellos einzelne Übungen absolviert, ohne zu wissen, was nun eigentlich gefördert werden soll. Der Erwerb des Grundwortschatzes Deutsch sollte m.E. nicht einfach beliebig erfolgen. So gibt es bestimmt Themen und Aufgaben in Multidingsda, die sich im zeitlichen Ablauf des Spracherwerbs mehr eigenen als andere. Insgesamt ist die iPad-App Multidingsda aber sicherlich ein sehr gelungenes Lernprogramm, welches sich im Unterricht problemlos nutzen lässt!

Share

20. Mai 2011
von Martin Hofmann
1 Kommentar

UTB-studi-e-book

UTB-studi-e-book ist ein Online-Angebot für Hochschulbibliotheken. Über 600 UTB-Titel sind als E-Books für Studierende über deren Hochschulbibliotheken verfügbar; sofern diese den Dienst bei UTB lizensiert haben. Weitere Informationen finden sich hier.

Der Zugang zur Online-Bibliothek auf dem UTB-Server erfolgt über das Uni-Netzwerk oder einen VPN-Zugang. Die Funktionen im UTB-eBook (Lesezeichen, Notizen, Kopieren) funktionieren einwandfrei und erlauben ein problemloses Bearbeiten des E-Books auf dem eigenen Computer. Im Vergleich zu anderen E-Book-Lösungen sind die Funktionen der UTB-eBooks jedoch ziemlich eingeschränkt. So können beispielsweise die markierten Texte nicht per Mail versandt werden oder in andere Programme übernommen werden. Weil Adobe Flash-Player auf dem Computer installiert sein muss, können zudem auch alle iGeräte (iPad, iPhone) die UTB-eBooks nicht verwenden. Eine Beschränkung, die viele Lernende davon abhalten wird das UTB-eBook-Angebot auch wirklich zu nutzen.

Fazit: Das eBook-Angebot von UTB gehört zur Generation E-Books 1.0 und ist noch ausbaufähig.

Share

10. Mai 2011
von Martin Hofmann
Keine Kommentare

Libroid – ein Projekt für die Zukunft des Lesens

 

Der bekannte Buchautor Jürgen Neffe versucht mit dem Libroid ein neues Leskonzept für E-Books zu schaffen. Ein erstes augenfällige Merkmal: Texte in Libroiden werden nicht geblättert, sondern gescrollt, wie wir dies beispielsweise vom iPad her bestens kennen. Der Kern der Libroid-Technik ist die Dreispaltentechnik: Im Mittelbereich steht der Text, rechts und links davon grenzen schmalere Randspalten an, die Fotos, Links ins Internet, Originalquellen bis hin zu kompletten Werken, Karten, Noten, Grafiken, Fussnoten usw. enthalten können. Wie ein solches E-Book konkret aussieht, zeigt die iPad App Libroid Darwin, die bereits im iTunes Store verfügbar ist.

Libroid mit der Dreispaltentechnik

iPad App Libroid Darwin

Share